Theologische Nachtgedanken
1.Fragment
Gott zu denken, das ist die Aufgabe der Theologie,aber wenn wir Menschen von über Gott denken,dann denken wir mit menschlichen Bestimmungen von über ihn. Etwas bestimmen heißt notwendigerweise, eingedenk des Grundsatzes: omnes determinatio est negatio, Gott in etwas Begrenztes zu verwandeln, daß er indem er etwas ist, etwas anderes nicht ist: Wenn Gott Gott ist, dann ist er nicht Nichtgott. In der Septuaginta wird: "Ich bin, der ich bin", Gottes Selbstexplikation als das "Sein" übersetzt: "Ich bin das Sein". Das schließt das Nicht-sein aus, es könnte somit das nur Mögliche ausschließen, und begrenzte so Gott. Alles Geschaffene ist durch sein Geschaffensein limitiert durch das,als was es geschaffen ist, ihm geht somit, um es mit Sartre zu sagen, die Essens, seine Natur seiner Existenz voraus, zu der sich der Mensch dann noch frei verhalten kann.(Sartre selbst will das aber so für den Menschen nicht gelten lassen, denn der Freiheit würde das Denken nur gerecht, wenn der Mensch als seine Essenz selbst frei wählend gedacht würde, daß also sein Freisein als sein Unbestimmtsein seiner Wahl vorausginge.)
Wenn Gott bestimmbar ist, dann können diese Bestimmungen nur die Bestimmungen sein, die Gott sich selbst gibt, daß er als reine Unbestimmtheit zu denken wäre, das sich dann zu einem bestimmten Sein bestimmt hat, sein Gottsein, das er dann Menschen offenbaren kann. Sich selbst bestimmend und so erkennend, ein voluntativer und ein cognitiver Akt, so Gott zu denken, hieße ihn denken.
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