Gott denken- die größte Aufgabe des Menschen
Fragmentarisches
Daß Gott zu denken, die größte, die Aufgabe des Denkens sei, dem stimmte die Philosophie von Platon bis Hegel zu und selbst Heideggers Seinsphilosophie nach seiner Kehre ist noch unter diese Aufgaben-stellung subsumierbar. Aber die Theologie im präzisen Sinne des Wortes stößt selbst unter den Theologen kaum noch auf Liebe. Dies Thema gilt mit der zur Phrase verkommenden Aussage, "Gott isr die Liebe" als abgeschlossen.
Wenn es eine wahre Gotteserkenntnis geben kann, dann kann dies nur die des Sichselbsterkennens Gottes sein.Mein Leseeindruck:Im Rahmen der Vollkommenheitslehre wird sachgemäß auch augesagt, daß Gott sich selbst als sich zu Erkennender zu denken ist, sonst würde er nicht als Gott gedacht. Ob dann dieser so gedache Gott wirklich ist, ist zumindest fraglich, aber wenn die Frage diskutiert werden soll:"Ist er oder ist er nicht?", muß ein Vorverständnis von dem Gottsein Gottes präsumiert werden können, um diese Frage überhaupt stellen zu können, den sonst früge man nach etwas, von dem nichts Bestimmtes aussagbar wäre und somit auch nicht sein Sein oder Nichtsein.
Die Theologie müßte also nach den Ermöglichungsbedingungen der Selbsterkenntnis Gottes fragen als der denknotwendigen Voraussetzung, daß Gott andere als sich selbst an seiner Selbsterkenntnis einen Anteil geben kann. Zuwenig ist es, einfach zu postulieren, daß Gott ob seiner Vollkommenheit als sich selbst Erkennender zu denken sei.
Traditionell wird die Frage des Sichselbsterkennens in der Gotteslehre vor der Explikation der Trinitäts-lehre beantwortet. Zu fragen wäre,ob diese Frage nicht konstitutiv in die Trinitätslehre zu verorten ist.
Beginnt man die Gotteserkenntnis anthropologisch mit der Kritk des Erkenntnisvermögens des Menschen, produziert das die Einsicht, daß der so erkannte Gott das Produkt unseres Denkens ist und so, zumindest seit Kants kopernische Wende nicht Gott ist, so wie er an sich selbst ist. Gott wird dabei so gedacht, wie er uns genehm ist. Seit den innerchristlichen Religionskriegen des 17.Jahrhundertes wird Gott so gedacht, daß die verschiedenen Auffassungen von Gott, wie er ist, als gleichgültig zu beurteilen sei.
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